Meine Jüdin (Andere Gedichte)
MEINE JÜDIN Du junge Jüdin, braune Judith, köstliche Frucht der Erkenntnis, weißer Blütenfall: Aus Kleidern steigst du nackt, ein All ins All, Mit deinen Brüsten, Mythenfrau, du östliche.
Steige vom Sockel, Venus, aus zerballter Wäsche, Jungweib! Wie Morgensonne blitzt Dein Bauch — und in der Schenkel Schatten sitzt Wie Blüten saugend, fest, ein schwarzer Falter. Und Schwarzes fällt aus den gelösten Schleifen
In den konkaven Nacken, wie Geruch. Und die zu großen, graden Zähne blecken, Als ob sie schon in Männerküssen stäken. Der Blick hängt glänzend über dem Versuch, Die Lippen über das Gebiß zu streifen.
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:28 von 2rhyme
Autor: Paul Boldt
Quelle: de.wikisource.org
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