Tanzlied (Prutz) (Andere Gedichte)
Tanzlied. Klinget der Flöten süsser Klang Hell durch die Abendkühle, Schwinget sich rasch das Thal entlang Lustiges Tanzgewühle:
Eine nur ist’s von allen hier, Welche mein Herz kann rühren, Meine nur ist’s! sie winket mir, Rasch sie zum Tanz zu führen! Heftiger wirbeln der Schalmei’n
Schmetternde Jubellieder, Kräftiger schliesst mein Arm sie ein, Fest um das volle Mieder! Sprühende Blicke locken, droh’n, Suchen zugleich und meiden,
Glühende Küsse schweben schon Heiss um den Mund uns Beiden. Flimmernde Aeuglein, süss und weh, Brennet mich fast zu Kohlen! Schimmernde Brüstlein, weiss wie Schnee,
Habt mir das Herz gestohlen! Prächtiger strahlt die Sonne nicht Hoch an dem Himmelsbogen, Mächtiger hat des Mondes Licht Nimmer mich angezogen!
Staunende Blicke rings im Kreis! Jünglinge schauen lüstern, Raunende Dirnen, laut und leis’, Horch, wie sie stehen und flüstern! Fasse du fest und halte mich,
Zärtlicher mich umschlungen, Lasse die Welt! was kümmern dich Neidische Lästerzungen? Siehe, hier hält uns, plötzlich hier Hält uns der Wald umfangen:
Fliehe mir nicht! Nicht wehre mir Busen und Mund und Wangen! Ferne nur hör’ ich durch die Nacht Leise Musik noch hallen, Sterne nur über uns und sacht
Girrende Nachtigallen! R. E. Prutz.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:07 von 2rhyme
Autor: Robert Eduard Prutz
Quelle: de.wikisource.org
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