Die Engel (Rilke) (Andere Gedichte)
Die Engel Sie haben alle müde Münde und helle Seelen ohne Saum. Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde) geht ihnen manchmal durch den Traum.
Fast gleichen sie einander alle; in Gottes Gärten schweigen sie, wie viele, viele Intervalle in seiner Macht und Melodie. Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds: Als ginge Gott mit seinen weiten Bildhauerhänden durch die Seiten im dunklen Buch des Anbeginns.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:30 von 2rhyme
Autor: Rainer Maria Rilke
Quelle: de.wikisource.org
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