Am Jahrestag von Düppel (Fontane) (Andere Gedichte)
Am Jahrestag von Düppel. (18. April 1865.) Des Frühlings erste Spitzen Umsäumen Baum und Strauch, Im Blau die Wolken blitzen, Die Ströme blitzen auch,
Ein Keimen allenthalben In jedem Mauerriß, Und kommen nicht heute die Schwalben, So kommen sie morgen gewiß. Und Frühling kam und Friede
Auch über den Schleswig-Strand, Wo donnernd die Feuerschmiede Am Düppeltage stand; Und wo bei Blitz und Wolke Erzitterte der Grund,
Ziehn Mowen in flatterndem Volke Hin über den Alsen-Sund. Ein Friede über den Wellen Und Friede in Feld und Flur; Unter all den stillen Stellen
Ist eine stillere nur: Bei Sturmmarsch trommeln und blasen, Mußten sie schlafen ein, Nun grünt der erste Rasen Ueber ihren Stein.
Ruht sanft; in eurem Grabe Sei Euch die Erde leicht! Des Lebens beste Habe Hat Euch der Tod gereicht: Um Sieg und Himmel werben,
So war es Euch bescheert; Ihr mußtet frühe sterben, Doch war es Sterbens werth.
Eingetragen am 08.11.2011 09:32:58 von 2rhyme
Autor: Theodor Fontane
Quelle: de.wikisource.org
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