Der Keuschheitsgürtel (Lustige Gedichte)
Der Keuschheitsgürtel
"Margitten ist der Burgfraun schönste und zum Gatten spricht sie: "Ach, was stöhnste? Löse mir den Keuschheitsgürtel von den Lenden, denn sonst wird das böse enden! Es wächst der Druck, ich muss mal schnell! Sei mit dem Schlüssel rasch zur Stell'!"
Und während noch der Ritter dran hantiert, ist es dann auch schon passiert! Die Burgfrau und der Ritter nass, vom Helmbusch bis zum stählernen Kürass. Erbost schimpft sie: "Ich bin die hehre Ritterin und geh nicht mehr ins Eisen rin!"
Sie verschwindet zügig im Versteck und lässt den Ritter stehen wie das Kind beim Dreck. So bekam das Wort vom >sich verpissen< einen neuen Sinn und der Ritter schlich bedröppelt sich dahin. Rostend und gleich wie von Sinnen, ritt der Rittersmann von hinnen, zog wutentbrannt in eine Schlacht und hat andre Ritter dort statt seiner Ollen umgebracht.
Margitten war derweil getrocknet und gekämmt und stand auf des Burges Zinne im frisch gewaschnen Hemd. "Wo bleibt mein Ritter nur? Der ist doch sonst nicht gar so stur?", dachte sich die Burgfrau bei der Nacht. "Sie haben ihn mir doch nicht umgebracht? Ich brauch den Mann doch nächtens noch zu Liebeszwecken! Was unterm Keuschheitsgürtel liegt soll er entdecken!"
Endlich ist der Ritter heimgekehrt und war auch völlig unversehrt! Der Schlosser musst ihn aus der Rüstung biegen, endlich kam er bei der Burgfrau dann zum Liegen! So kamen einst Margitten und ihr Ritter doch ans Ziel dem schönsten, minniglichen Liebesspiel!"
J.W. 2022
Eingetragen am 30.08.2022 10:51:14 von Federstilzchen
Autor: Jens Wohlkopf
Quelle: Eigenes Gedicht
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