In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greiff’ ich draußen in die Zitter,
Weil mir gar so schwül und bang.
Schlingend sich an Bäum’ und Zweigen
In Dein stilles Kämmerlein,
Wie auf goldnen Leitern, steigen
Diese Töne aus und ein.
Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Thal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.
Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.
Ach, den süßen Klang verführet
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend jedes schöne Kind.
Eingetragen am
08.11.2011 09:35:06 von
2rhyme
Autor:
Joseph von Eichendorff
Quelle:
de.wikisource.org
Weitere Informationen unter:
http://de.wikisource.org