Der verirrte Jäger (Eichendorff) (Andere Gedichte)
Der verirrte Jäger. „Ich hab geseh’n ein Hirschlein schlank Im Waldesgrunde steh’n, Nun ist mir draußen weh’ und bang, Muß ewig nach ihm geh’n.
Frischauf, ihr Waldgesellen mein! Ins Horn, ins Horn frisch auf! Das lockt so hell, das lockt so fein, Aurora thut sich auf!“ Das Hirschlein führt den Jägersmann
In grüner Waldesnacht, Thalunter schwindelnd und bergan, Zu niegeseh’ner Pracht. „Wie rauscht schon abendlich der Wald, Die Brust mir schaurig schwellt!
Die Freunde fern, der Wind so kalt, So tief und weit die Welt!“ Es lockt so tief, es lockt so fein Durch’s dunkelgrüne Haus, Der Jäger irrt und irrt allein,
Find’t nimmermehr heraus. –
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:24 von 2rhyme
Autor: Joseph von Eichendorff
Quelle: de.wikisource.org
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