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An Hödur (Kämpchen) (Andere Gedichte)

An Hödur.

Armselig Volk, man schlägt dir ins Gesicht,
Man höhnt und spottet dein, und dennoch rennst
Du wie verrückt zu jedem Possenspiel
Und hochst und hurrast lustig mit im Chor.

Wund ist dein Rücken von der Arbeitslast,

Dein Auge hohl – nicht mehr des Freien Blick.
Und dennoch, dennoch wirst du zum Hanswurst,
Ruft man zur Kurzweil dich, zum Mummenschanz.

Ich dulde deine Qual mit dir, o Volk!

Noch mehr – ich fühle doppelt sie – darum

Zerreißt mir zwiefach auch der Hohn das Herz,
Seh’ ich dich tanzen in dem Schellenwams. –

Und Trauern faßt mich, daß du noch so blöd’,
So unvernünftig ab vom Ziele irrst,

Und deinen Drängern selbst zum Spotte dienst.

Wie lange noch? Wann fühlst du deine Schmach?



Eingetragen am 08.11.2011 09:32:59 von 2rhyme
Autor: Heinrich Kämpchen
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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