Bergmanns Los (Kämpchen) (Andere Gedichte)
Bergmanns Los. Das ist des Bergmanns früher Tod: Er muß im Schacht Tagtäglich scharren um sein Brot In Dunst und Nacht. –
Ihn hält die mühevolle Schicht Vom Tage fern, Er mißt das gold’ne Sonnenlicht Und Mond und Stern’. – Wühlt wie der Maulwurf immerfort
Und scharrt und gräbt Im Kohlengang, am düstern Ort – Heißt das gelebt? – Oft stürzt auf ihn mit Ungestüm Der Wasserschwall –
Das Wetter dräut, das Ungetüm, Der Berge Fall. – So ist sein Leben immerdar Bedrängt, bedroht, Und stets umwittert von Gefahr,
Von Not und Tod. – So macht er täglich seine Schicht In Stein und Kluft, Und gräbt beim trüben Lampenlicht Sich selbst die Gruft. –
So haut er tief im Erdenschoß, Für sich allein – Das ist des Kohlengräbers Los! Kann’s trüber sein?
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:05 von 2rhyme
Autor: Heinrich Kämpchen
Quelle: de.wikisource.org
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