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An Franz v. Z. (Andere Gedichte)

Es zieht mich nach Nordland ein goldner Stern;
Ade, mein Bruder, denk mein in der Fern’!
Bleib’ treu, bleib’ treu der Poesie;
Verlaß das süße Bräutchen nie.

Bewahr’ in der Brust wie einen Hort

Das liebe, schöne, deutsche Wort. –
Und kommst du mahl nach dem Norderstrand,
So lausche nur am Norderstrand;
Und lausche bis fern sich ein Klingen erhebt,

Und über die feyernden Fluthen schwebt.

Dann mag’s wohl seyn, daß entgegen dir zieht
Des wohlbekannten Sängers Lied.
Dann greif’ auch du in dein Saitenspiel,
Und gieb mir süßer Kunden viel:

Wie’s dir, mein trauter Sänger, ergeht,

Und wie’s meinen Lieben allen ergeht,
Und wie’s ergeht der schönen Maid,
Die so manches Jünglingsherz erfreut,
Und in manches gesendet viel Glut hinein,

[131]
Die blühende Rose am blühenden Rhein!

Und auch vom Vaterland Kunde gieb;
Ob’s noch das Land der treuen Lieb’,
Ob der alte Gott noch in Deutschland wohnt,
Und niemand mehr dem Bösen frohnt.

Und wie dein süßes Lied erklingt,

Und heitere Mähren hinüber bringt,
Wohl über die Wogen zum fernen Strand,
So freut sich der Sänger im Norderland.



Eingetragen am 08.11.2011 09:32:59 von 2rhyme
Autor: Heinrich Heine
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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