Schmerzenslager (Andere Gedichte)
Schmerzenslager
„Schweißnass verkrampfen sich die blassen, zitternden Hände. Das Haar ist verklebt, fieberheiß ist die zerfurchte Stirn. Brechend starrt das trübe Auge gegen die kalten Wände. Apokalyptische Fantasien durchziehen das Gehirn.
Farblos aufeinander pressen sich die schmalen Lippen. Ein Stöhnen dringt tief hervor zwischen bebenden Rippen. Ohnmächtig liegt da der schmerzzerwühlte, massige Leib. Keine Gier belebt ihn mehr nach Geld und Macht und Weib.
Als leeres Echo tönt sein leises, krächzendes Rufen. Die Stimme zerbricht wie ein Krug, zerscheppernd auf Stufen. Ungehört und unbeachtet die Worte verhallen, als ob Vögel tot aus dem Winternachthimmel fallen.
Achtlos putzt die blonde Frau mit kaltem Sinn und streng mit gnadenlosem, leerem Herzen durch die Stube und rund um das Lager voller Schmerzen, statt sich zu erbarmen als liebevolle Pflegerin!
J.W. 2001
Eingetragen am 13.11.2011 22:54:52 von Federstilzchen
Autor: Jens Wohlkopf
Quelle: Eigenes Gedicht
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