Sehnsucht (Frank Wedekind) (Andere Gedichte)
Sehnsucht Und sei mir noch so traurig auch zu Sinn, Ich will’s nicht glauben, daß ich elend bin. Der Fluch, das Leid, das mich zu Grund gerichtet, Am Ende war ja alles nur erdichtet.
Die Phantasie treibt oft ihr Possenspiel. Schon Manchen hob sie, der zu Boden fiel, Im Geist empor. Schon Manchen aus den Höhen Des Himmels ließ sie Schreck und Unheil sehen. Laß ab von mir, du große Zauberin!
Erbarm’ dich mein, entschleire meinen Sinn! Zerteil’ die Nacht, mit der du mich geschlagen – O Sonnenglanz des Glücks, wann wirst du tagen!
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:59 von 2rhyme
Autor: Frank Wedekind
Quelle: de.wikisource.org
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