Am Weinfelder Maar (Kämpchen) (Andere Gedichte)
Am Weinfelder Maar. (Eifelbild) Ein großes Auge, schwermutsvoll und klar, So liegt vor mir im Abendgold das Maar, Tief eingebettet in der Ufer Saum, Ein Schlummerort, ein weltverlor’ner Traum. –
Und Oede rings – kein Ruf, kein Vogelschrei, Das Leben ging hier ohne Halt vorbei, Und keine Blume seiner Hand entglitt – Erstarrte Lava, wo mein Fuß auch tritt. – Und doch ist’s schön noch – aber düster schön,
Auf diesen kahlen, unwirtlichen Höh’n, Wo einst der Krater seine Glut gespie’n, Man kann sich ihrem Banne nicht entzieh’n. – Fastradens Ring, so scheint es, hält auch Hut In dieser klaren, regungslosen Flut –
Kein Sturm, der ihrem glatten Spiegel droht, Kein Kahn durchfurcht sie und kein Fischerboot. – So liegt verlassen, öd’ und still das Maar Und doch in Schönheit hehr und wunderbar – Die Schwermut hält hier stetig ihre Rast –
Auch mich, auch mich hat Traurigkeit erfaßt. –
Eingetragen am 08.11.2011 09:32:58 von 2rhyme
Autor: Heinrich Kämpchen
Quelle: de.wikisource.org
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