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Das Mädchen aus der Fremde (Andere Gedichte)

Das Mädchen

aus der Fremde.


In einem Thal bey armen Hirten
     Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
     Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,

     Man wußte nicht, woher sie kam,
Und schnell war ihre Spur verloren,
     Sobald das Mädchen Abschied nahm.

?Beseligend war ihre Nähe

     Und alle Herzen wurden weit,

Doch eine Würde, eine Höhe
     Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
     Gereift auf einer andern Flur,

In einem andern Sonnenlichte,

     In einer glücklichern Natur.

Und theilte jedem eine Gabe,
     Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,

     Ein jeder gieng beschenkt nach Haus.


Willkommen waren alle Gäste,
     Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
     Der Blumen allerschönste dar.

Schiller.


Eingetragen am 08.11.2011 09:33:10 von 2rhyme
Autor: Friedrich Schiller
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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