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Guter Rath (Heine) (Andere Gedichte)

     Laß dein Grämen und dein Schämen!
Werbe keck und fordre laut,
Und man wird sich dir bequemen,
Und du führest heim die Braut.

     Wirf dein Gold den Musikanten,

Denn die Fiedel macht das Fest;
Küsse deine Schwiegertanten,
Denkst du gleich: Hol’ euch die Pest!

     Rede gut von einem Fürsten

Und nicht schlecht von einer Frau;

Knickre nicht mit deinen Würsten,
Wenn du schlachtest eine Sau.

[185]

     Ist die Kirche dir verhaßt, Thor,
Desto öfter geh’ hinein;

Zieh’ den Hut ab vor dem Pastor,

Schick’ ihm auch ein Fläschchen Wein.

     Fühlst du irgendwo ein Jücken,
Kratze dich als Ehrenmann;
Wenn dich deine Schuhe drücken,

Nun, so zieh’ Pantoffeln an.


     Hat versalzen dir die Suppe
Deine Frau, bezähm’ die Wuth,
Sag’ ihr lächelnd: Süße Puppe,
Alles was du kochst, ist gut.

     Trägt nach einem Shwal Verlangen

Deine Frau, so kauf’ ihr zwei;
Kauf’ ihr Spitzen, goldne Spangen
Und Juwelen noch dabei.

     Wirst du diesen Rath erproben,

Dann, mein Freund! genießest du

Einst das Himmelreich dort oben,
Und du hast auf Erden Ruh’.



Eingetragen am 08.11.2011 09:34:01 von 2rhyme
Autor: Heinrich Heine
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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